2026


In Erinnerung an ein ganz besonderes Pferdchen.

Eine Entscheidung, mit der wir in den vergangenen Wochen immer wieder gehadert haben. Tage, an denen wir gehofft haben, dass doch noch einmal Besserung eintritt - wie schon einmal vor drei Jahren.

 

Am 14. März ist unsere Baileys hier auf ihre letzte Reise gegangen.

Wir sind sehr traurig, blicken aber gleichzeitig dankbar auf viele schöne Jahre zurück – 23 Jahre, davon fast zehn bei und mit uns.

 

Eigentlich kam Baileys als Rehapferd für eine Weidesaison auf den Klosterhof – geblieben ist sie als super-prima Schulprofessor.

Seit 2017 gibt es keine Reitschülerin und keinen Reitschüler, der nicht auf ihr saß und mit ihr das Reiten gelernt hat – oder zumindest den ersten Galopp.

 

Ob Übungen am Boden, an der Longe, im Gelände, beim Springen, im fortgeschrittenen Dressurreiten oder auch bei meinem eigenen Rittführer-Lehrgang – Baileys war überall mit Ruhe, Erfahrung und Zuverlässigkeit dabei. So vielseitig ausgebildet und in so vielen Bereichen mit Spaß und Sicherheit unterwegs zu sein, ist etwas ganz Besonderes.

 

Und ja – der ein oder andere Sturz ließ sich auch von ihr nicht vermeiden. Denn knallende Auspuffe oder plötzlich aus dem Baum springende Katzen sorgen selbst beim besten Verlasspferd für einen Schreckhopser.

 

Viele Erinnerungen und Erlebnisse sind mit ihr verbunden. Zu viele, um sie heute aufzuzählen.

Wir werden sie sehr vermissen.

Gute Reise, Baileys.


Was lange währt...

Am Sonntag, dem 8.März, habe ich endlich meine ausstehende Reitprüfung als Prüfungsteil zur VFD-Übungsleiterin B nachholen können und bestanden.

 

Nach einer doch sehr langatmigen verletzungsbedingten Zwischenzeit mit wiederholten Ausfällen im Reittraining, Tagen mit mehr Rückschritt als Fortschritt, Zweifeln, weil man mit dem eigenen Pferdchen immer wieder auf der Stelle tritt -lief die Prüfung mit Leihpferd Bam Bam wirklich richtig gut.

 

Ich war ihn zuvor drei-viermal geritten, damit wir uns vertraut machen konnten.

Und was soll ich sagen: er ging mit mir durch die Bahnaufgabe, als hätten wir nie etwas anderes gemacht.

Etwas Kritik gab es noch, da eine Wendung um die Hinterhand und das Vorwärts-Seitwärts im Trab noch Luft nach oben hatten - trotzdem bin ich unglaublich dankbar und zufrieden. Wer die Ausbildungswege der VFD kennt, weiß wie viel Arbeit und Mühe darin stecken.

 

Ein ganz dickes Dankeschön vor allem an Sabrina – ohne Bam Bam wäre mein Ziel, die Prüfung noch innerhalb der vorgegebenen Frist zu reiten, nicht mehr möglich gewesen. Danke auch an Susanne, dass du dich für die Abnahme der Einzelprüfung auf den Weg gemacht hast.

Dranbleiben lohnt sich also :-)

Jetzt geht es für mich noch ans Beantragen der Lizenz und dann kann es mit der Planung der VFD-Juniorkurse losgehen.

Meine gerittene Bahnaufgabe - falls es interessiert (per Klick vergrößerbar).

 

Je nach Prüfer ist diese Aufgabe - wie in unserem Fall - frei wählbar, kann aber auch unter den Lehrgangsteilnehmern erarbeitet oder durch die Prüfer vorgegeben werden.

Sie muss in jedem Fall alle Elemente - wie in der ARPO gefordert - enthalten.

 

Neben dem korrekten Ausführen der Lektionen wird besonders darauf geachtet, dass man das Pferd an den Hilfen hat, in angemessener Stellung und Biegung, in harmonischer Zusammenarbeit und mit ausbalanciertem Sitz.

 

Ergänzend gehört zur Aufgabe noch das Aufsteigen von rechts sowie das Reiten über Trabstangen und/oder Bodenhindernisse.


Da ich in den vergangenen Wochen häufiger danach gefragt wurde, möchte ich für die, die sich für den VFD-Übungsleiter B Reiten interessieren, gerne die Voraussetzungen und Abläufe näher beschreiben.

Wie in anderen Vereinigungen auch, beginnt der „VFD Übungsleiter B Reiten“ nicht erst mit dem Vorbereitungslehrgang, sondern schon viel eher. Die Voraussetzungen sind in der ARPO – der Ausbildungsrichtlinien- und Prüfungsordnung der VFD e.V. – festgelegt.

Der Übungsleiter baut auf mehreren vorherigen Qualifikationen auf und verbindet praktische Erfahrung mit theoretischem Wissen.

Zu den Vorleistungen gehören verschiedene Ausbildungsbausteine innerhalb der VFD. In einzelnen Bereichen kann es sein, dass vorherige Lehrgänge der FN oder der EWU anerkannt werden - was aber immer zu absolvieren ist, ist die jeweilige Prüfung.

Dazu zählen unter anderem Pferdekunde I und II, Bodenarbeit sowie Longe I.

Auch Qualifikationen im Gelände, wie der Gelände- oder Wanderreiter sowie der Gelände- oder Wanderrittführer, sind Teil der Vorleistungen.

 

In den Kursen werden Grundlagen rund um Pferdehaltung, Verhalten und Gesundheit des Pferdes vermittelt sowie der sichere und verantwortungsvolle Umgang mit dem Pferd – sowohl auf dem Reitplatz als auch im Gelände geübt und geprüft.

Neben den formalen Qualifikationen spielt auch praktische Erfahrung eine wichtige Rolle. Zur Vorbereitung gehört deshalb ein Praktikum mit Assistenzstunden im Unterricht sowie die Mitarbeit bei einem VFD-Ausbildungskurs. Dabei bekommt man Einblicke in die Organisation von Unterricht und Kursen und sammelt Erfahrungen im Umgang mit Reitschülern.

 

„Erste Hilfe am Mensch“ und „Erste Hilfe am Pferd“ sind zwei weitere Anforderungen.

 

In einer ersten Sichtung aus Bodenarbeit, Longieren und Reitaufgabe wird dann geschaut, wo Pferd und Reiter stehen.

Hier sind bereits dieselben Prüfer vor Ort, die auch später die Prüfung abnehmen werden.

 

Im eigentlichen Vorbereitungskurs zum Übungsleiter B werden die vorhandenen Kenntnisse vertieft und um weitere Inhalte ergänzt. Dazu gehören beispielsweise Themen aus der Reitlehre, die Ausbildung von Reiter und Pferd, Grundlagen der Didaktik und Methodik sowie Fragen der Sicherheit und Organisation im Reitunterricht. Theorie und Praxis greifen dabei ineinander, sodass viele Inhalte direkt mit dem Pferd umgesetzt werden. Auch das Ausarbeiten von theoretischen Inhalten und der Aufbereitung und Vortragen als Präsentation sind immer wieder Bestandteil und ziehen sich durch den Lehrgang. Seitdem der Übungsleiter-Assistent bei der VFD eingeführt wurde, ist dies der erste Teil der Vorbereitung. Wer möchte, kann also im Verlauf mit dem Assistenten abschließen und den Weg zum ÜL (noch) nicht weiterverfolgen.

Das ist auch nicht unüblich. Unsere Gruppe ist mit acht Teilnehmern gestartet und beim Abschluss waren wir zu dritt.

 

Den Abschluss zum Übungsleiter B bildet dann eine Prüfung, die aus mehreren Teilen besteht.

Dazu zählt der theoretische Teil zu Themen wie Pferdekunde, Ausbildung und Reitlehre aus einer Präsentation und einer Lehrprobe am Pferd (Anweisung zum Putzen, Satteln, je nach Prüfer).

Sowie die Lehrprobe, in der eine Unterrichtseinheit mit zwei bis drei Reitschülern geplant und durchgeführt wird.

Auf diese Weise wird überprüft, ob die Teilnehmer in der Lage sind, Unterricht strukturiert vorzubereiten, verständlich zu vermitteln und Sicherheitsaspekte eingehalten werden. Ebenso folgt dann noch das Vormustern und die eigene Reitaufgabe sowie ggf. noch einmal Bodenarbeit und Longieren.

 

Wer sich also für den VFD-Übungsleiter interessiert, sollte am besten früh starten und Geduld und Ausdauer mitbringen.

Der Vorteil ist, dass sich die Ausbildungsstufen ohne Fristverfall absolvieren lassen und man so das Gesamtpaket auf einen größeren Zeitraum verteilen kann.

 

Ich habe mich seinerzeit für den Vorbereitungslehrgang in Hessen entschieden, da dieser an mehreren Wochenenden über mehrere Monate stattgefunden hat. Das lies sich für uns und unseren Alltag besser planen als die sonst angebotenen zweiwöchigen Vorbereitungskurse.

Andrea Thalmaier (Inh.) | tel. 0171-2687386 | [email protected]